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Musik der 20er Jahre als der Liebe Nahrung

Wiesbadener Kurier 27.07.2015 von Dr. Viola Bolduan


Es träumt sich angenehm unter der Sonnenberger Burg vor der Festspielbühne des kuenstlerhauses43, (…) „Wochenend und Sonnenschein“ (…) und all die anderen Lieder, versetzen die alte Komödie in die 1920er Jahre nach Wiesbaden. Dazu gehören frecher Mut und eine ganz eigene Fantasie, die das ursprüngliche shakespearianische Bäumchen-Wechsel-Spiel unter den Liebespaaren gehörig durcheinanderwirbelt (…) die beiden Mädchen Hermia und Helena werden dabei von Männern gespielt. (…) Nick Benjamin als Hermia mit Hütchen, Täschchen nicht nur schrägen Liebreiz entfaltet, sondern in der Enttäuschung auch wunderbar leichte Tragik spielen kann; während Patrick Twinem aus der Fülle des Körpers die Helena-Figur grundsätzlich komisch swingen lässt. (…) Zettel ist mit Wolfgang Vielsack, der nicht nur der Wortführer der Handwerker, Löwen-Volontär und Eselsohr, sondern hat sich die Entree-Moderatorenrolle eines arbeitslosen Schauspielers auf den Leib geschrieben, dessen Pullunder ostentativ städtische Förderung hätte gut gebrauchen können (…) Szenische Gags, knallende Text-Pointen: „Was sag ich als Mond?“ – „Ich bin nicht so helle“ und viele Querverweise sowohl auf Shakespeare wie auf eine Raum-und-Zeit-Aktualität und immer wieder Einschübe gut und gern gesungener 20er-Jahre-Chansons sorgen für gescheite turbulente Unterhaltung. (…) Puck, hier mit einer souveränen Eva-Maria Damasko im roten Zirkusfrack als Poltergeist besetzt (…) Häufiger Szenenapplaus und johlender Schlussbeifall sind verdient und wirken auch rück – gegen kalte Hände.

kuenstlerhaus43
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