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Karl der Spätlesereiter

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Wiesbadener Kurier vom 15.12.2018 von Ingeborg Toth

„Edler Wein kommt später heim“, dichtet Karl, der Spätlesereiter, im fortgeschrittenen Alter. Die Geschichte um den Postreiter, der 1775 verspätet mit der Erlaubnis zur Weinlese im Rheingau eintrifft, erzählt Wolfgang Vielsack im „kuenstlerhaus43“, einer kleinen Bühne am Rande des Bergkirchenviertels, neu – und zwar so, wie das noch keiner getan hat: Er macht eine temporeiche Boulevardkomödie daraus, die zugleich ein kleines Musical und oben-drein Dinner-Theater ist… Fenster öffnen sich, alte Steinstufen vor verborgenen Türen erlauben – ganz Boulevard – überraschende Auftritte. Während der Spätlesereiter (Sebastian W. Wagner) eher als Hanswurst gezeichnet wird, der es allerdings noch zum Hofkapellmeister bringt, hat seine Schwester Maria (Susanne Müller) richtig große Auftritte. Sie wird zur Vorkämpferin für Frauenrechte, die eigentlich einen Platz in den Geschichtsbüchern verdient hätte, kämpft sie doch für Freiheit, Gleichheit und Schwesterlichkeit. 

Annegret Cratz begleitet die zeitweise singen-den Akteure auf dem Akkordeon, während der hitzköpfige Spätlesereiter in die Tasten eines Spinetts greift. Ein herrlicher Spaß, der auch noch eine kleine Geschichtslektion ist. Historische Daten sind sorg-sam recherchiert vom Libretto-Schreiber Vielsack, der für die Inszenierung verantwortlich ist.

Karl der Spätlesereiter

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