Von Anja Baumgart-Pietsch | Feuilleton, Ausgabe 10/2026
eine Wiesbadener Theatergeschichte voller ungewöhnlicher Ideen und glücklicher Zufälle.
Im Dezember gab es ein großes Fest: 20 Jahre kuenstlerhaus43 – 20 Jahre Theater, Impro, Kultur für Wiesbaden. (…) „Dinge passieren, weil man sie tut“ – so lautet das Motto von Wolfgang Vielsack. (…) Susanne Müller studierte in Wiesbaden Medienwirtschaft, wollte eigentlich zum Fernsehen. Nach einem Theaterbesuch in Meiningen war sie jedoch vom Live-Erlebnis so fasziniert, dass sie noch einige Semester Theaterwissenschaft anhängte. (…)
Sie wohnten im Bergkirchenviertel. Immer wieder kam Wolfgang Vielsack an dem leerstehenden Haus in der Oberen Webergasse vorbei. Der Gedanke, dort mit einem Theater einzuziehen, ließ ihn nicht los. (…) „Und irgendwann drückte er (Reinhard Faust) mir einen großen Schlüsselbund in die Hand – alles per Handschlag“, erinnert sich Wolfgang Vielsack. Das Haus wurde schnell entrümpelt. (…) Der eigentliche Zuschauerraum war sehr klein. So wurde das ganze Haus genutzt – alle Stockwerke, Hinterhof, alles, was das alte Arbeiterhaus zu bieten hatte. (…)
Für das Quartier, das Bergkirchenviertel, engagierte sich die Truppe stets. (…) An anderen Orten wurde ebenfalls gerne gespielt, die Stadt wurde zur Bühne. (…) Und später in der Burg Sonnenberg, wo seitdem zahllose Eigenproduktionen über die idyllische Naturbühne gegangen sind. (…) 2021 erfolgte der Umzug ins Palasthotel. Ein schöner Raum, großzügig und Tradition atmend, mitten in der Stadt und gut geeignet. (…) Theater ist schließlich nicht nur etwas zum Konsumieren, sondern auch ein Ort der Kommunikation, der Demokratie, der Identifikation.
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