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Die Nachricht platzt mitten in unseren Probenstart zu „Frau Holle“: Wie wir soeben aus der Zeitung erfahren haben, kommt offenbar wieder Bewegung in die Zukunft des Palasthotels. Was genau mit dem Gebäude passiert, ist weiterhin offen – für uns gibt es aber eine entscheidende Nachricht:
Wir können erstmals ernsthaft für die ersten Monate 2027 planen. Das ist eine gute Nachricht für unser Publikum, unsere Mitarbeiter und unsere Schauspieler. Denn bislang wusste niemand wirklich: Welche Stücke können wir im neuen Jahr spielen? Wo können wir sie zeigen? Und kann man dafür überhaupt Karten kaufen? Für einen Theaterbetrieb – und für alle, die daran beteiligt sind oder zu uns kommen möchten – ist eine solche Situation auf Dauer kaum tragbar.
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schreibt heute, am 6.10.2026:
„Für die derzeitigen Mieter gibt es zunächst Entlastung: Das kuenstlerhaus43, die Palast-Bar, die Weinbar ‚Oechsle‘ und weitere Mieter können ihre Verträge auf Wunsch zunächst um ein halbes Jahr verlängern. Auch eine weitere Verlängerung ist nicht ausgeschlossen. GWW-Geschäftsführer Keller rechnet offenbar nicht damit, dass bereits 2027 ein Investor mit den eigentlichen Bauarbeiten beginnt.“
Der vollständige FAZ-Artikel:
„Palasthotel Wiesbaden: Verkauf an Investor ist wahrscheinlich“

UMDENKEN IN WIESBADEN
Palasthotel soll nun doch verkauft werden
Der geplante Umgang mit dem Wiesbadener Palasthotel ändert sich erneut. Der Aufsichtsrat der städtischen Eigentümergesellschaft GWW soll sich dafür ausgesprochen haben, das Gebäude an einen Investor zu verkaufen. Voraussetzung dafür ist ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der voraussichtlich noch in diesem Jahr gefasst werden soll. Die Vermarktung könnte dann Anfang 2027 beginnen.
Damit würde die bisherige Linie, das Palasthotel nur in Erbpacht zu vergeben, aufgegeben. Für dieses Modell gab es offenbar nur wenig Interesse. Kritiker hatten bereits darauf hingewiesen, dass Investoren bei Sanierungskosten in zweistelliger Millionenhöhe in der Regel Eigentum erwerben wollen.
Politisch gilt eine Zustimmung zum Verkauf inzwischen als wahrscheinlich. CDU, FDP, Grüne und Volt bilden die neue Koalition. CDU und FDP hatten sich schon länger für einen Verkauf ausgesprochen. Auch GWW-Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Kowol soll diesen favorisieren. Vermutlich in der Dezembersitzung soll beschlossen werden, das denkmalgeschützte Gebäude im Rahmen eines städtebaulichen Gesamtkonzepts zu veräußern.
Wie das Palasthotel künftig genutzt wird, ist noch offen. Als wahrscheinlich gilt ein gemischtes Konzept mit Wohnen, hochwertigem Seniorenwohnen sowie Gastronomie und Einzelhandel im Erdgeschoss. Diese Nutzung wäre laut GWW-Geschäftsführer Thomas Keller ohne Änderung des Bebauungsplans möglich. Ein Hotel oder eine stärkere gewerbliche Nutzung würde dagegen Änderungen erforderlich machen.
Ein Fünfsternehotel gilt als eher unwahrscheinlich. Ein wesentliches Problem ist das Fehlen von Parkplätzen und die fehlende Möglichkeit, eine Tiefgarage zu bauen. Dennoch gibt es offenbar mehrere Kaufinteressenten, darunter auch Investoren mit Erfahrung bei der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude.
Die Sanierungskosten werden inzwischen auf bis zu 50 Millionen Euro geschätzt, hinzu käme der Kaufpreis. Je nach Nutzung könnten die Kosten noch höher ausfallen.
Für die derzeitigen Mieter gibt es zunächst Entlastung: Das Theater „kuenstlerhaus43“, die „Palast-Bar“, die Weinbar „Oechsle“ und weitere Mieter können ihre Verträge auf Wunsch zunächst um ein halbes Jahr verlängern. Auch eine weitere Verlängerung ist nicht ausgeschlossen. GWW-Geschäftsführer Keller rechnet offenbar nicht damit, dass bereits 2027 ein Investor mit den eigentlichen Bauarbeiten beginnt.
Frankfurter Allgemeine (FAZ) 05.10.2026 von Robert Maus