Eine Komödie über den Sinn des Lebens
Warten auf Gotôd

Martin und Oliver, zwei Tramps, wie Stan Laurel & Oliver Hardy, vermissen sich wie Frischverliebte und können doch nichts miteinander anfangen. Wie ein altes Ehepaar warten und hoffen sie, haben aber längst vergessen, auf was. Hier endet auch schon die Übereinstimmung mit dem 1949 von Samuel Beckett verfassten Klassiker „Warten auf Godot“. Denn bei dem von Michael P. Goldmann 2013 verfassten Theaterstück, das im kuenstlerhaus43 seine Uraufführung erlebte, wartet man nicht vergeblich.

Die Dialoge klingen ähnlich absurd, aber die Protagonisten sind viel menschlichere Figuren, mit denen man sich identifizieren kann. Und das passt eben hervorragend in das intime kleine Theater im kuenstlerhaus43. Hier ist das ganze Haus die Bühne, die Zuschauer sind mitten drin und Teil der witzigen Inszenierung. Alles was sich zufällig ergibt, wirkt wie geplant: das Räuspern der Zuschauer, die Geräusche auf der Straße, das Hupen, die Stimmen der Passanten.

Die Schauspieler W. Vielsack und P. Twinem loten das ganze Gefühlsspektrum von quälend begriffsstutzig bis erleichternd komisch aus. Die Dialoge sind philosophisch, absurd-witzig und einfühlsam. Sie zeigen die Sehnsüchte der Männer und eben auch der Frauen. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind durchaus beabsichtigt. Ein außergewöhnlicher Abend, wie man ihn in der Oberen Webergasse 43 gewohnt ist.

Mit: Patrick Twinem (Oliver), Wolfgang Vielsack (Martin), Ariane Klüpfel (Abigail), Axel Ghane Basiri (Samuel)

Regie: Christa Leiffheidt

Termine/
online Vorverkauf
22. März 2015 um 19 Uhr

27. März 2015 um 20 Uhr

Eintritt 16 Euro/ erm. 12 Euro zzgl. VVK/ AKZ
Kartenvorverkauf an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder
Tickets rund um die Uhr bestellen:
0180 6050400 (0,14 €/Minute, Mobilfunkpreise können abweichen)

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ANJA BAUMGART-PIETSCH WIESBADENER KURIER 9.11.13

Uraufführung von „Warten auf Gotôd“

Die Dialoge nehmen sich ähnlich absurd aus, wie die von Samuel Beckett […] aber irgendwie sind Martin und Oliver doch menschlichere Figuren, die den Zuschauern gar nicht so unnahbar erscheinen. Auch wenn sie wirklich nicht so genau wissen, worauf sie warten, was sie erhoffen und welche Bedürfnisse es denn sind, die sie gerne erfüllt sähen.

Auf die kleine, intime Bühne […] passt „Warten auf Gotôd“ ausgezeichnet, denn hier ist ja das ganze Haus der Spielort, die Zuschauer bilden eine Art lebende Kulisse und sogar die Geräusche der Straße, Hupen, Musik, Stimmen der Passanten, wirken wie abgestimmt auf das merkwürdige Geschehen. […] Man konzipierte die Welturaufführung des Autors „Michael P. Goldmann“ – Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind durchaus beabsichtigt. […]

Die Schauspieler Wolfgang Vielsack und Patrick Twinem loten […] das ganze Gefühlsspektrum von quälend begriffsstutzig bis erleichternd komisch aus. […] Die Bühne dehnt sich durch das ganze Haus, wo Axel Ghane Basiri in der Rolle des „Samuel“ wortlos die Karten überreicht und Ariane Klüpfel in ihrer weibliche Power-Rolle „Abigail“, die Männer für ihre Zwecke nutzt. [...]

Dies alles macht die Aufführung zu einem wirklich außergewöhnlichen Abend, wie man ihn in der Oberen Webergasse 43 gewohnt ist.